ARBE Actuel

Junges Blut in der Alpinen Rettung Bern

25 Mitglieder trafen sich in Interlaken zur Generalversammlung der Berner Bergretter.

Thuner Tagblatt, 2. Juli 2020 von (bpm), Foto B. Petroni

Viele neue Gesichter im Vorstand der Alpinen Rettung Bern (ARBE): Nach 16 Amtsjahren tritt Präsident Christian Brawand zurück. Sein Nachfolger ist Ralph Näf, bisheriger Chef Ausbildung. Diese Aufgabe wird künftig Beni Wenger haben. Neuer Sekretär anstelle von Reto Trachsel ist Martin Weibel.

Auch der für die Rettungshunde verantwortliche Michael Nydegger tritt nach 14 Jahren ab. Neue Hundechefin ist die Frutigerin Karin Schmid. Und schliesslich wurde an der Generalversammlung vom Dienstagabend in Interlaken Andreas Schild als neuer Beirat der Kantonspolizei vorgestellt, der Nachfolger des nach neun Jahren abtretenden Ueli Lauener.

Christian Brawand ging in seinem letzten Rückblick als ARBE-Präsident auf Höhe- und Tiefpunkte seiner Amtszeit ein: Da war 2006 die Gründung der Alpinen Rettung Schweiz, die Ausrüstung der Retter mit einheitlichen Schutzkleidern und die RegelungderFunk-Kommunikation. «2007 beschäftigten uns der Absturz des Deutschen Tornado-Kampfjets und das Lawinendrama an der Jungfrau. 2015 leisteten wir erstmals über 200 Einsätze.» Vor drei Jahren wurde schliesslich das Einsatzgebiet der ARBE bis nach Basel und den Rhein ausgeweitet. «Der schwierigste Moment meiner ganzen Amtszeit war der tödliche Unfall unseres Rettungskameraden Franz Werren während einer nächtlichen Suchaktion.» Präsident Christian Brawand verzichtete bei seinem Rücktritt ausdrücklich auf Gaben oder Geschenke; stattdessen soll der Stiftung «Fellowship Bruno Durrer » ein Unterstützungsbeitrag zukommen.

Michael Nydegger als Chef der «Rettungshündeler» stellt zum Ende seiner Mandatszeit im Nachwuchsbereich vor allem in der Region Gstaad eine erfreuliche Entwicklung fest: «Dort hat es einige motivierte junge Zukunftshoffnungen.»
Die ARBE kann zur Zeit im Bedarfsfall auf 16 einsatzfähige Lawinenhundeund 9 Geländesuchhundeführer zurückgreifen. «Im vergangenen Winter hatten wir drei Einsätze für die Lawinenverschüttetensuche sowie einen Geländesuchhundeeinsatz.»

Vorstandsmitglied und Rettungsarzt Thomas von Wyl als Vertreter der REGA berichtet von 900 Einsätzen durch die Crew der Wilderswiler Basis. Davon 125 Windeneinsätze, 200 Nachteinsätze und 58 durch Spezialisten für Helikopterrettungen der Alpinen Rettung. Auch der Lauterbrunner Air-Glaciers-Basischef Michael Jaun zählt 600 Rettungseinsätze – zehn Prozent davon unter Beizug der Alpinen Rettung. Das finanziell angeschlagene Luftfahrtunternehmen habe 40 Mitarbeiter entlassen und die Basis von La Chaux-de-Fonds verkaufen müssen; die restlichen Stützpunkte würden aber wie bisher und im gewohnten Rahmen weiterbetrieben.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Einsatzzahlen der ARBE deutlich zurückgegangen: Hatte sie im bisherigen Rekordjahr von 2018 insgesamt 235 Rettungseinsätze zu leisten, so waren es im vergangenen Jahr deren 189 – zwei Drittel davon mit dem Helikopter. Der Löwenanteil, nämlich fast ein Drittel, betraf verunfallte oder blockierte Wanderer, und ein Fünftel Bergsteiger. Am meisten Arbeit gab es für die Rettungsstation Lauterbrunnen mit 45 Einsätzen, gefolgt von Oberhasli (28), Grindelwald (22) und Interlaken (20).

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