Wo sogar coole Schneemänner untergehen – Wanderausstellung des Alpinen Museums

08.01.2020

Bis zum 13. April 2020 zeigt das Heimatschutzzentrum seine Ausstellung «Die weisse Gefahr. Umgang mit Lawinen in der Schweiz». Sie veranschaulicht die Herausforderungen, denen die alpine Bevölkerung ausgesetzt ist.

Lokalinfo AG/Zürich, 07.01.2020 (db.)

Die Bergbahnen steigen hoch und ab, Kinder hinterlassen ihre Wangenabdrücke am Kabinenfenster. In den Après-Ski-Häusern läuft wieder Schlager. Es ist Skisaison. So unbeschwert die Bergferien auch sein können, nicht nur Adrenalinjunkies, auch die gemütlichen Bergwanderer unterschätzen sie: die Lawinengefahr. Bis zum 13. April 2020 ist die Ausstellung «Die weisse Gefahr. Umgang mit Lawinen in der Schweiz» im Heimatschutzzentrum zu sehen. Dort wird gezeigt, wie der Lawinenschutz unsere Alpen zugänglich macht. Gleichzeitig geht es um den Umgang mit den Gefahren, die die Unberechenbarkeit der Lawinen mit sich bringt.Im Fokus steht dabei die alpine Bevölkerung, die im Alltag mit der Thematik konfrontiert wird und über Jahrhunderte das Wissen über den Lawinenschutz weitergegeben und erweitert hat.

Ende 2018 hat die Unesco das traditionelle Wissen rund um den Schutz vor den Schneemassen als immaterielles Kulturerbe der Menschheit aufgenommen. Seit dem «Lawinenwinter» 1950/51 mit 1421 Lawinen und 98 Todesopfern haben Lawinenschutzmassnahmen in der Schweiz hohe Priorität. Detaillierte Gefahrenkarten wurden erarbeitet, Schutzwälle gebaut und Bäume gepflanzt. Heute stehen zirka 500 Kilometer Stützverbauungen in den Schweizer Alpen, sodass rund 40 Prozent der gesamten Waldfläche als Schutzwald gilt. Möglich waren die Massnahmen nur durch die Aufbewahrung alter Gemeindearchive und Talbücher.

Die Ausstellung widmet sich den unterschiedlichen Facetten im Umgang mit Lawinen: von den Verbauungen an den steilen Bergflanken über die Risikoeinschätzung in Wintersportregionen bis hin zur Herausbildung der professionellen Rettung in den Alpen. Mit Film, Bild und Text soll sowohl emotionaler als auch wissensorientierter Zugang zum Naturphänomen ermöglicht werden. Die Darstellung des Erhabenen soll einen Zwiespalt von Furcht und Faszination auslösen. Konzipiert wurde die Schau vom Alpinen Museum der Schweiz.

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